Gewerbeimmobilien: Tops und Flops

Geld bei der Bank anzulegen bringt heute keine Zinsen mehr, die Renditen von Rentenpapieren sind bescheiden und die Risiken zu hoch. Und die Aktienmärkte haben auch wieder respektable Höhen erreicht. Wohin also mit dem Geld? Immer mehr private und institutionelle Anleger sehen gewerbliche Immobilien als sichere Anlage, die zudem interessante Renditen und einen Inflationsschutz bieten. Im Folgenden eine Übersicht.

Mietshäuser

Diese haben zuletzt deutlich besser abgeschnitten als andere Kategorien innerhalb der gewerblichen Immobilien. Die Nachfrage nach Mietobjekten steigt ständig, und die Anleger sehen die Risiken als gering an, da auf jedes Objekt heute eine hohe Anzahl an potentiellen Mietern kommt. Zum Teil weichen die Preisvorstellungen der Käufer und Verkäufer allerdings stark voneinander ab. Die Verkäufer richten ihre Erwartungen häufig an den Preisen von Topobjekten aus, ohne ihre weniger attraktiven Immobilien aufgerüstet zu haben. Im Moment werden zwar relativ wenige Miethäuser gebaut, doch das dürfte sich in absehbarer Zeit ändern. Die durchschnittliche Rendite liegt bei 6,3 Prozent, wobei sehr gute Objekte auch mal bei knapp 4 Prozent den Besitzer wechseln.



 Bürogebäude

Die schleppende Wirtschaftsentwicklung in den USA macht diesem Sektor zu schaffen. Die Renditen sind zuletzt etwas angestiegen, doch die stark gestiegenen Preise führen zu Zurückhaltung bei den Investoren. Die Banken haben noch viele zwangsversteigerte Objekte in ihrem Bestand, die oftmals unter Wiederherstellungkosten verkauft werden. Die Neubautätigkeit bleibt daher auf tiefem Niveau. Firmen versuchen weiterhin, ihre Kosten zu senken, lassen Mitarbeiter von zuhause aus arbeiten oder einen Schreibtisch von mehreren nutzen. In den nächsten Jahren dürften die Preise steigen, die Renditen fallen, was dann wieder zu einer höheren Neubautätigkeit führen wird.


 Ladengeschäfte/Einkaufszentren

In diesem Segment trennt sich momentan die Spreu vom Weizen. Gefragt sind Objekte in guten Lagen mit solventen Mietern. Dafür werden absolute Toppreise bezahlt. Die Renditeunterschiede zwischen A, B und C Lagen/Objekten haben sich etwas verkleinert, sind aber immer noch sehr signifikant. Bauträger sind sehr zurückhaltend. neue Objekte zu erstellen. Erschwerend kommt hinzu, dass es ausgesprochen schwierig ist. Baufinanzierungen zu erhalten. Und das Internet ändert das Kaufverhalten der Konsumenten: Grosse Ketten wie etwa Best Buy verlieren an Umsatz und Gewinn, da sich die Kunden zwar die Geräte im Laden anschauen und sich Rat einholen, dann aber (umsatzsteuerfrei) bei Amazon.com oder anderen Online-Hãndlern bestellen. Buchläden wie Barnes & Noble, Borders oder Books-A-Million, die von dem neuen Kaufverhalten besonders betroffen sind, kämpfen um ihr Überleben oder sind schon pleite. Andere Geschäftsmodelle wie Videoverleihe (Blockbuster) verlieren ihre Daseinsberechtigung. Die Renditen werden hier voraussichtlich noch weiter sinken.


 

Medizinische Einrichtungen/Seniorenheime

Der demografische Wandel hinterlässt auch Spuren am Immobilienmarkt. Mit einer zunehmend älteren Bevölkerung wird die Nachfrage nach altersgerechten Wohnformen, Arztpraxen, Kliniken und anderen Einrichtungen steigen, die den Bedürfnissen von Senioren entgegen kommen. Altersgerecht heißt in diesem Fall: Wir werden unzweifelhaft einen steigenden Bedarf an Ärztehäusern, barrierefreien oder –armen Wohnungen und Pflegeheimen erleben. «Obamacare» hin oder her: Die Babyboomer werden älter und benötigen mehr medizinische Versorgung. Gesundheit und alles, was damit zusammenhängt, wird in den USA in den kommenden zehn Jahren eine der zentralen Wachstumsindustrien sein.

Lagerhallen/Logistikzentren

Der Bau von Lager- und Logistikkomplexen hat wieder Fahrt aufgenommen. Nach Jahren der Krise wächst der Bedarf an modernen Lagerhallen und deren Bewirtschaftung. Mit einem zunehmend veränderten Konsumverhalten – Stichwort: «Online-Shopping» – werden neu, moderne Logistikzentren gebraucht. Die am Computer bestellten Waren müssen gelagert, transportiert und verteilt werden. Aufgrund des geringen Angebots haben sich erstklassige Logistik- und Industrieimmobilien in den vergangenen zwölf Monaten bereits an vielen Standorten verteuert. Dies liegt insbesondere daran, dass während der Wirtschaftskrise kaum Hallen gebaut wurden, es sei denn, es hatte sich zuvor bereits ein Mieter dafür gefunden.

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