Arbeit im post-industriellen Zeitalter

Unbeachtet von vielen findet derzeit in den USA eine große Trendwende auf dem Arbeitsmarkt statt. Diese ist bedingt a.) durch demografische Veränderungen und neue Technologien sowie b.) durch College-Abschlüsse, die nicht mehr den Anforderungen des Arbeitsmarktes entsprechen.

Ein historischer Rückblick: Noch um 1850 bildeten Landarbeiter die größte Gruppe innerhalb der arbeitenden Bevölkerung. Ende des 19. Jahrhunderts waren es dann bereits Hausangestellte, die das Gros stellte. Die Landwirtschaft brauchte aufgrund des Einsatzes von Maschinen immer weniger Arbeitskräfte. Die Landarbeiter zogen in die großen Städte, Männer wurden Industriearbeiter, Frauen arbeiteten in wachsender Zahl für wohlhabende Haushalte, die sich mehr Personal leisten konnten.

Im Zuge der Umwandlung Amerikas hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft hat sich der Personalbedarf in den letzten Jahren drastisch geändert. Aktuell werden auf dem US-Arbeitsmarkt vor allem Büroangestellte, Verkäufer und Kellner gesucht. Im Jahre 2020 wird laut Experten für nur drei der dreißig Berufe mit dem höchsten Bedarf noch ein akademischer Abschluss benötigt werden. Diese sind Lehrer, College-Professoren und Buchhalter («Accountants»). Schon heute arbeiten Akademiker häufig in Berufen, die eigentlich nur eine Highschool-Ausbildung erfordern. Rund 1,5 Millionen oder 54 Prozent aller Jugendlichen unter 25, die einen Bachelor-Abschluss haben, sind derzeit entweder arbeitslos oder unterbeschäftigt.

Die folgende Grafik zeigt, dass Personen mit einem Bachelor- oder höherem akademischen Grad in der Phase der wirtschaftlichen Erholung zwei Millionen Stellen besetzt halten. Allerdings zeigt eine andere Studie, dass 98 Prozent dieser Jobs an Personen mit einem höheren Diplom wie Master, Doktor oder Berufsdiplom (Steuerberater, Ingenieur) gingen. Personen mit einem «Associate Diplom» fanden 1,6 Millionen neue Stellen und solche, die nur über einen Highschool-Abschluss verfügen, verloren 230.000 Jobs.

Beschäftigte mit einem High School Abschluß oder darunter waren am meisten vom Verlust des Arbeitsplatzes betroffen. Während der Erholungsphase gingen die Arbeitsplätze an Personen mit einer höheren Ausbildung.

Eine gute Ausbildung macht sich bezahlt. Die Arbeitslosenquote ist umso höher je geringer die Bildung ist. Nur 3,3 % der Personen mit höherem Hochschulabschluss sind arbeitslos, währenddessen bei den  „drop outs“, also diejenigen, die nicht einmal die „Highschool“ beendet haben, 17,8 % keinen Job haben. Die nachstehende Tabelle zeigt wie sich die Arbeitslosenquote zwischen 2007 und 2011 je nach Bildungsgrad verändert hat.

Demografisch kommt hinzu, dass die ältere Bevölkerung länger arbeitet und somit qualifizierte Positionen besetzt hält. In der nachstehenden Grafik zeigt die blaue Linie, dass die Anzahl der arbeitenden Personen über 55 ständig ansteigt. Dass die «Babyboomer» heute schwerer eine neue Stelle als vor der jüngsten Rezession finden, ist dabei wohl nur ein vorübergehendes Phänomen.

Lange galt das ungeschriebene Gesetz, wonach die ältere Generation sich zur Ruhe setzt und Platz für die nachfolgende Generation macht. Die Babyboomer haben diese Vereinbarung gebrochen. Statt sich pensionieren zu lassen und ihre Zeit auf dem Golfplatz zu verbringen, arbeiten sie weiter. Nachstehend eine Grafik die zeigt, wie unterschiedlich sich die Arbeitslosenquote auf die verschiedenen Altersgruppen verteilt. Auffallend ist, dass die Gruppe der 20 bis 24-Jährigen US-Amerikaner mit 13,2 Prozent derzeit die höchste Arbeitslosenquote aufweist.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass es für Arbeitssuchende in Zukunft nicht nur wichtig ist, über eine höhere Ausbildung zu verfügen. Sie werden auch spezialisierte Fähigkeiten benötigen, die von den Arbeitgebern nachgefragt werden. Konsequenterweise sind Babyboomer aufgrund ihrer langjährigen Erfahrung in diesem Zusammenhang besser positioniert als die Abgänger von Colleges und Universitäten. Und das wird auch noch eine ganze Weile so bleiben.

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