Archiv der Kategorie 'Info zu Land und Leuten'

Würdig des Kredits?

Ein für uns Europäer eher ungewöhnliches Konzept ist das der Kreditvergangenheit (»Credit History«). Der Beweis einer guten Zahlungsmoral bei der Bedienung der eigenen Schulden ist notwendig, um in den USA einen Kredit aufnehmen zu können – dann zum Beispiel, wenn man ein Haus oder Auto kaufen möchte.

Die Credit History setzt sich aus zwei Komponenten zusammen: dem »Credit Report« und dem »Credit Score«.

Der Credit Report beinhaltet folgende Elemente:

  • Information zur Person;
  • Kreditvergangenheit, inklusive Kreditkarten, Kontostände, verfügbare Kreditrahmen, laufende und abbezahlte Kredite sowie Information über das Bezahlen von Rechnungen;
  • Daten zu Konkurs, Pfändungen, Gerichtsurteilen;
  • Liste von Firmen, die Ihren Credit Report erhalten haben;
  • Erklärungen zu Fehlern im Credit Report, die Sie in der Vergangenheit beanstandet haben.

Es gibt drei große Credit Bureaus, die Informationen sammeln, aus denen sich die Kreditvergangenheit zusammensetzt. Es ist allerdings notwendig, eine US Social Security Number (Sozialversicherungsnummer) zu haben. Jeder Bürger hat das gesetzlich verankerte Recht, einmal im Jahr seinen Credit Report kostenlos anzufordern. Einzelheiten dazu finden sie unter der Internetadresse www.annualcreditreport.com

Dies sollte auch gemacht werden, um eventuelle Fehler in der Kreditvergangenheit möglichst schnell zu beheben. Sollten Sie Fehler finden, können Sie diese anfechten. Kann der Fehler nachgewiesen werden, wird die entsprechende Information entfernt.

Tipp: Schriftverkehr stets per Einschreiben mit Empfangsbestätigung verschicken und sowohl das Credit Bureau als auch den Verursacher (Kreditgeber) über die fehlerhafte Information benachrichtigen.

Die drei Credit Bureaus arbeiten unabhängig voneinander und es kann sein, dass es Unterschiede in den verschiedenen Credit Reports für dieselbe Person gibt.

Credit Bureaus:

Equifax (www.equifax.com) 1-800-685-1111 P.O. Box 740241

Atlanta, GA 30374-0241

Experian (www.experian.com) 1-888-397-3742 P.O. Box 2104

Allen, TX 75013

TransUnion (www.transunion.com) 1-800-916-8800 P.O.Box 1000

Chester, PA 19022

Der Credit Score (FICO Score) wird zur Berechnung der Kreditwürdigkeit verwendet. Die Skala reicht von 400 bis 800 Punkten, wobei 700 und darüber als sehr gut angesehen wird.

Als Berechnungsgrundlage werden fünf Kategorien verwendet. Die Gewichtung dieser Kategorien ist in Klammern jeweils dargestellt:

  • Zahlungsvergangenheit (35 Prozent)
  • Schuldenlast (30 Prozent)
  • Länge der Kreditvergangenheit (15 Prozent)
  • Neue Kredite (10 Prozent)
  • Art von Krediten (10 Prozent)

Credit Scores werden von Kreditgebern verwendet, um das Risiko des Kreditnehmers zu bestimmen. Die Entwicklungen auf den Finanzmärkten und der Zusammenbruch des Immobilienmarktes haben dazu geführt, dass man heute als Schuldner höhere »Ratings« benötigt. Konnte man früher mit 680 Punkten schon die besten Konditionen für eine konventionelle Hypothek (= FHA versichert) erhalten, so sind heute 720 Punkte notwendig. Je tiefer die Punktezahl, desto höher der zu bezahlende Zinssatz.

Bei der Berechnung wird auch berücksichtigt, welche Limiten man insgesamt zur Verfügung hat (auch wenn diese nicht genutzt werden). Die Anzahl der Anfragen bei den Instituten kann auch zu einer Reduktion der Punkte führen. Die (potentiellen) Gläubiger werden nervös, da sie annehmen, dass der Schuldner seine Verbindlichkeiten drastisch erhöhen will.

Tipps für gute Credit Report und Credit Score:

  • Wenigstens die Mindestsumme der monatlichen Kreditkartenrechnungen rechtzeitig bezahlen;
  • Nicht zu viele Kredite und Kreditkarten in kurzem Zeitraum beantragen;
  • Vermeiden Sie, den Kreditrahmen aller Karten voll auszunutzen (ideal sind Schulden, die unter einem Drittel des verfügbaren Kreditrahmens liegen).

Eine schlechte Kreditvergangenheit ist von Nachteil, wenn man einen neuen Kredit beantragen will. Noch schlimmer jedoch ist es, keine Kreditvergangenheit nachweisen zu können.

Tipps, um Ihre Kreditvergangenheit aufzubauen:

  • Beantragen Sie eine Kreditkarte. Am einfachsten bekommen Sie eine »Secured Credit Card« von Ihrer Bank, wenn Sie Sicherheiten (zum Beispiel Festgeld, Wertpapiere etc.) hinterlegen. Haben Sie einmal Ihre Kreditvergangenheit etabliert, werden Sie regelmäßig Kreditkartenangebote in der Post erhalten. Zunächst werden der Kreditrahmen gering und die Zinsen hoch sein. Es empfiehlt sich jedoch, einige dieser Karten zu beantragen und diese diszipliniert zu benutzen, um weitere Kreditwürdigkeit zu beweisen;
  • Viele Kaufhäuser bieten interne »Store Credit Cards« an, machen Sie davon Gebrauch;
  • Bezahlen Sie alle Rechnungen und Kreditkarten pünktlich.

Zuletzt noch eine Anmerkung: Eine »Debit Card« (auch »Check Card« genannt) trägt oftmals ein Visa- oder Mastercard-Symbol, zählt jedoch nicht als Kreditkarte (und hilft dementsprechend nicht beim Aufbau der eigenen Kreditvergangenheit), da das Geld direkt vom Konto abgebucht wird.

Ende der »Upgrade«-Kultur

Treffe ich in Naples auf einer Party einen mir unbekannten Gast, wird dieser mir häufig zwei Fragen stellen: Wo ich herkomme (niemand kommt wirklich von hierher) und wo ich wohne. Die erste Frage verstehe ich noch, identifizierte ich mich durch meinen Akzent schließlich gleich als »Foreigner«. Aber die zweite? Wieso will jemand wissen, wo ich wohne? Die Antwort ist einfach: Wäre ich Amerikaner, würde meine Adresse einen guten Anhaltspunkt hinsichtlich meiner finanziellen Verhältnisse geben. Denn ein »Upgrade« der Behausung im Zuge des beruflichen (und finanziellen) Aufstiegs ist seit jeher fester Bestandteil der amerikanischen Kultur: Wer hat, der hat – und will es auch zeigen …

Seit Jahrzehnten sind Amerikaner Weltmeister im Konsumieren. Vielfach geht es dabei nicht einmal darum, etwas Neues zu erwerben. Es geht um ein »Upgrade«: Wird ein Fernseher gekauft, dann meistens nicht, weil man keinen hat (ein durchschnittlicher US-Haushalt zählt 2,55 Personen und 2,73 Fernseher), sondern weil man einen Flachbildschirm, einen größeren Apparat oder einen mit Funktionen haben will, die sich vielversprechend anhören. In den letzten 30 Jahren war es in den USA dabei relativ einfach, über seine Verhältnisse zu leben –sei dies durch die Ausnutzung der Kreditkarte, durch ein Darlehen, dass man sich eigentlich nicht leisten konnte, oder »dank« großzügiger Finanzierungsangebote seitens der Händler.

Das Prinzip lief wie geschmiert: Wurde man befördert, wurde umgehend ein neues Auto sowie eine teurere, größere Bleibe gesucht. Oftmals kam auch noch eine jüngere Ehefrau hinzu. Durch Haus, Auto und »trophy wife« wurde gezeigt, dass man(n) es geschafft hatte: »I made it!«. Da aber fast alles finanziert war, erhöhten sich Verschuldung und monatliche Belastung entsprechend. Reduzierte sich das Einkommen, war das finanzielle Desaster vorprogrammiert.

Ein guter Teil des Marketings vieler Firmen basierte gleichwohl auf diesem Prinzip. Das klassische Beispiel: Die American-Express-Karte von Grün über Gold und Platin bis hin zu Schwarz zu immer höheren Jahresbeiträgen. Die Funktion bleibt unverändert, doch der »Upgrade« kommt mit dem Versprechen eines erheblichen Prestige-Gewinns daher – als Besitzer von »Platin« und »Schwarz« kann man seiner Umgebung halt deutlich signalisieren, auf welchem Einkommenslevel man sich befindet.

Ganz nebenbei: Die »Upgrade«-Kultur betrifft durchaus auch den sozialen Umgang miteinander – und nervt mich persönlich immer ganz besonders. Will man hier nämlich Pläne – vor allem mit jüngeren Amerikanern – machen, dauert es in der Regel lange, bis jemand definitiv zusagt. Warum? Weil er oder sie abwartet, ob sich nicht noch eine bessere Alternative ergibt, man also gewissermaßen »upgraden« kann. Am Ende passiert es dann häufig, dass der oder die Bekannte kurzfristig mit irgendeiner fadenscheinigen Begründung absagt, weil sich tatsächlich etwas scheinbar Besseres aufgetan hat.

Das »Upgrade« hat sich auch in vielen anderen Bereichen eingebürgert: Hat eine Fluggesellschaft etwas falsch gemacht, wird ein »Upgrade« als Entschädigung angeboten. Durch das Zahlen mit der Kreditkarte verdient man Meilen, die man für ein »Upgrade« verwenden kann. Autovermietungen offerieren ein größeres Modell gegen ein geringes Aufgeld, Hotels ein besseres Zimmer etc.

Aufgrund der herrschenden Wirtschaftskrise dürfte sich dieses Prinzip meiner Ansicht nach nun aber gründlich ändern. Visa, Mastercard & Co. haben die Limiten längst reduziert oder gestrichen und erhöhen die Zinsen bis auf 30 Prozent. Neue Kreditkartenangebote werden nur noch sehr selten verschickt: kamen früher jeden Woche fünf bis zehn ins Haus geflattert, ist es heute vielleicht noch eines. Finanzierungsangebote seitens der Händler (Auto-, Möbelfirmen, etc.) sind seltener geworden, die Anforderungen deutlich gestiegen. Die günstigen Leasingangebote der Fahrzeughersteller sind fast ganz verschwunden – nun gibt es für den gleichen monatlichen Betrag nur noch ein kleineres Auto.

Das »Upgrade«-Kultur fällt somit der Krise zum Opfer. Mit weitreichenden Folgen: Die Konsumenten geben weniger Geld aus, das Bruttosozialprodukt sinkt entsprechend.

Auch bei der Mobilität macht sich dies bemerkbar. Im letzen Jahr zogen gerade mal 35,2 Millionen Amerikaner (11,9 Prozent der Bevölkerung) um. Im Jahre 2007 waren es noch 38,7 Millionen (13,2 Prozent). 65 Prozent blieben dabei im gleichen Landkreis, nur 13 Prozent siedelten in einen anderen Bundesstaat über – deutlich weniger als früher. Die sprichwörtliche Mobilität der Amerikaner (im Schnitt kauft der US-Bürger alle sieben Jahre ein neues Haus) hat also bereits unter der Wirtschaftskrise gelitten. Was nicht verwundert: Wer über weniger Geld für ein häusliches »Upgrade« verfügt, bleibt naturgemäß länger in seiner alten Bleibe wohnen.

Generell bin ich der Meinung, dass sich Amerikaner in Zukunft weniger Dinge kaufen werden, die sie schon haben. Das hört sich zunächst banal an, bedeutet für diese (Konsum-) Gesellschaft aber eine echte Revolution. Die Trend dürfte in Richtung weniger Wohnraum pro Person, kleinere Autos (für europäische Verhältnisse immer noch große Autos) und längere Zyklen beim Neukauf von Konsumgütern gehen – alles in allem etwas, was ja nicht unbedingt schlecht sein muss. Und vielleicht werden Amerikaner in Zukunft dann ja auch bei Verabredungen nicht mehr auf ein »Upgrade« in letzter Minute warten …

Happy Holidays aus Naples

Weihnachten ohne Schnee und unter Palmen bei 20 Grad und Sonnenschein ist schon etwas gewohnungsbedürftig. Vor einem Monat habe ich mir eine Kamera gekauft und beschlossen Photographie zu einem Hobby zu machen. Als Immobilienmakler hat man ja im Moment etwas mehr Zeit :-)

Hier ein paar Eindrücke aus Naples:

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Arbeitskultur in Amerika

Wenn Deutsche, die Amerika bisher nur als Touristen kennen gelernt haben, sich entschließen, hier zu leben und zu arbeiten, sollten sie sich auf eine wesentlich andere Arbeitskultur einstellen. Das so genannte »Corporate America«, also die typische amerikanische Arbeitskultur, unterscheidet sich völlig von der gewohnten deutschen Arbeitsmentalität.

Beim professionellen Ethos gibt es spürbare Unterschiede. Ich nenne das die »close enough«-Philosophie. »Close enough« bedeutet, die Leistung ist zwar nicht perfekt, aber gerade noch akzeptabel. Amerikaner lieben Ergebnisse. Manchmal werden dann eben unfertige Dinge als erledigt abgehakt. Das rächt sich oft später, wenn man Reklamationen oder Beschwerden bekommt. 

Karrieremenschen in den großen Metropolen arbeiten »long hours« und an den Wochenenden. Menschen mit »normalen« Berufen, also nicht Banker oder Anwälte, haben gewöhnlich eine 40-Stunden-Woche, deren Tage üblicherweise um 8 Uhr morgens beginnen und gegen 17 Uhr enden. In dieser Zeit widmet man sich relativ konzentriert der Arbeit, abgesehen von Kaffeepausen und privaten Telefonanrufen. Die Mittagspause ist meist kürzer als eine Stunde. Abends und am Wochenende widmet man sich der Familie und den Freunden. Privatgespräche zwischen den Kollegen am Arbeitsplatz drehen sich um Alltagsdinge oder Sport. Klatsch und Tratsch ist bei den Amerikanern jedoch tabu. Wer Gerüchte in die Welt setzt, gilt als Team-schädigend und unloyal. Wenn man Amerikanern in ihrer Freizeit begegnet, sind sie meist freundlich und gehen auf einen zu: »Please, call me Mike«. Aber es ist schon ein Unterschied, ob man sich am Arbeitsplatz oder privat begegnet. Die Nennung beim Vornamen bedeutet keine private Freundschaft, schon gar nicht mit dem Chef, sondern ist lediglich die Norm am Arbeitsplatz. 

Amerikaner üben im Laufe ihres Lebens im Durchschnitt sieben verschiedene Berufe (nicht Jobs!) aus. Lehrberufe wie in Deutschland gibt es nicht, es gilt das »learning by doing«. Vielfach sind die Fähigkeiten daher auf bestimmte erlernte Dinge reduziert. Wenn Probleme außerhalb eines bestimmten Schemas auftreten, wissen manche nicht weiter. Das macht sich in der Entlohnung bemerkbar und hat zur Folge, dass es in den USA sehr viele Niedriglohn-Beschäftigungen gibt und viele Menschen mehr als einen Job haben. Kellner beispielsweise erhalten von ihren Arbeitgebern in der Regel einen Stundenlohn von 2 bis 3 Dollar. Über den offiziellen Mindestlohn von 5,85 Dollar bringt sie nur das Trinkgeld, das in Amerika die eigentliche Bezahlung des Bedienpersonals ist. Also, beim nächsten USA-Urlaub nicht vergessen: 15 bis 20 Prozent Trinkgeld als »Tip« lassen. 

Was bei deutschen Angestellten eine gewisse Entspannung erzeugt, nämlich das Arbeitnehmer-freundliche Arbeitsrecht, fehlt in den USA völlig. Der bekannte Ausdruck »hire and fire« beschreibt, wie einfach es ist, eine Entscheidung für oder gegen einen Arbeitnehmer zu treffen. Unternehmen können sich schnell von jemandem trennen, sollte dieser die erwartete Leistung nicht bringen oder wenn die Firma mal in Schieflage gerät. Umgekehrt passt der Schuh aber auch: Mitarbeiter suchen sich immer den jeweils für sie günstigsten Arbeitsplatz aus, da ist man ganz unsentimental. 

Obwohl in den Staaten kein Betriebsverfassungsgesetz gilt, sind Angestellte nicht allem hilflos ausgeliefert. Jede Form von Diskriminierung ist in den USA streng verboten und kann zu teuren Rechtsverfahren für die betroffenen Firmen führen. Besonders ethnische und religiöse Minderheiten, aber auch Frauen stehen unter weit reichendem Schutz. Allein die Frage nach einer Hautfarbe oder die kleinste Anspielung auf die Herkunft oder Religion eines einzelnen muss strikt vermieden werden. Das gilt nicht nur im Verhältnis zwischen Arbeitgeber und Angestellten, sondern auch unter den Mitarbeitern. Anzügliche Witze oder Bemerkungen mit sexuellem Inhalt werden als »sexual harrassment« angesehen.

Der normale Sprachgebrauch in Amerika kann manchmal für Deutsche verwirrend sein. Sagt einem der Chef »that’s an interesting idea« könnte das auch heißen, dass er den Vorschlag für indiskutabel hält. Dahingesagte Aufforderungen, mal zusammen zum Lunch zu gehen, sollten nicht wörtlich aufgefasst werden. Meist ist diese Floskel dazu da, um eine freundliche Gesinnung zu signalisieren. Auch der gängige Ausdruck »no problem« sollte nicht direkt übersetzt werden. Er drückt lediglich eine positive Grundhaltung aus, wie zum Beispiel, dass man eine Lösung für etwas sucht. 

Für Deutsche ist diese Art der Kommunikation zunächst schwer zu verstehen, denn es fehlt die bei uns gewohnte Verbindlichkeit. Dafür wird Kritik auch nicht direkt und unverhohlen geäußert. Da kann Kritik schon mal als Lob verstanden werden. »Good« bedeutet bestenfalls Mittelmaß, »very good« meint »ganz o.k.«. Der Ausdruck »excellent« ebenfalls. Wirklich gut ist nur, was als »outstanding« bezeichnet wird. Ist man mit der Performance eines Mitarbeiters oder Zulieferers nicht zufrieden, darf man nie laut werden, denn: »never raise your voice«. Am besten ist es, dem Betroffenen mit Verbesserungsvorschlägen auf die Sprünge zu helfen.

Hier in Florida, wo sehr viel die Sonne scheint, haben die Leute es grundsätzlich weniger eilig. Das macht sich auch im Arbeitsleben bemerkbar. Rückrufe finden manchmal nicht statt oder versprochene Leistungen verzögern sich. 

Wenn man sich als Deutscher, der an Geradlinigkeit und Zuverlässigkeit gewöhnt ist, von dieser doch sehr einengenden Einstellung freimacht und sich an die etwas anderen Umgangsformen gewöhnt hat, kommt man hier jedoch auch als Arbeitnehmer bestens zurecht. 

Auswirkungen der Finanzkrise

Bis vor kurzem zeigte die Krise der Immobilien- und Finanzmärkte nur Auswirkung auf die direkt mit ihr verbundenen Branchen. Nun aber schlagen die Ereignisse voll auf den gesamten Arbeitsmarkt und die Konjunktur durch. In den letzten beiden Wochen war ich mehrere Tage lang in New York und Miami und habe mit vielen Fachleuten gesprochen. Das sich momentan abzeichnende Bild ist alles andere als rosig. Meiner Ansicht nach sehe ich folgendes auf uns zukommen:

• Anstieg der Arbeitslosenzahl in den USA bis auf 10 Prozent (derzeit um die 6 Prozent);

• Chrysler/GM werden fusionieren und massiv Mitarbeiter entlassen;

• Eventuelles Aus für die Autofirma Ford;

• Weitere Fusionen und Zusammenschlüsse im Bankenwesen;

• Generelle Steuererhöhungen – egal, wer Präsident wird;

• Reduzierung der Leistungen der Gemeinwesen;

• Rückkehr von ein bis zwei Millionen der insgesamt elf Millionen illegalen Einwanderer in ihre Heimatländer;

• Verlangsamung der Zuwanderung aus anderen Ländern;

• Erhöhung der Kreditzinsen, sofern Unternehmen und Verbraucher überhaupt Geld von den Banken erhalten;

• Erhöhung der Leerstände bei Büro- und Ladenflächen;

• Rückgang der Bautätigkeit;

• Last but not least: sinkende Preise für Lobster.

Hier meine detaillierten Erläuterungen zu obigen Punkten:

In meinem letzten Artikel äußerte ich die Vermutung, dass der private Konsum drastisch zurückgehen werde. Die Umsatzzahlen der letzten Wochen belegen dies jetzt. Konsequenterweise wird diese Entwicklung zu weiteren Entlassungen führen. Allein im Finanz-/Bankenbereich werden laut Schätzungen mehr als 300.000 Stellen wegfallen. Die laufende Konsolidierung des Finanzsystems wird zu weiteren Einsparungen führen. Die Firmen reduzieren drastisch ihre Investitionen und kürzen Ausgaben. In Folge werden zum Beispiel die Auslastungsquoten der Fluggesellschaften und Hotels sinken. In den letzten zwei Wochen haben namhafte Firmen wie Merck, Yahoo, General Electric, Xerox, Goldman Sachs, Bank of America, Coca-Cola, Chrysler und praktisch alle Fluggesellschaften Entlassungen angekündigt. Dies ist vermutlich erst der Anfang eines sich immer schneller drehenden Karussells. Irgend jemand hat einmal gesagt »Traue keiner Statistik – außer, Du hast sie selber gefälscht«. Die Arbeitslosenzahlen der USA sind irreführend, in Wahrheit liegen sie viel höher. Die Berechtigung zum Bezug von Arbeitslosenunterstützung ist nämlich begrenzt. Des Weiteren arbeiten Millionen als »freie Mitarbeiter« und werden in keiner Statistik geführt, wenn sie keine Arbeit mehr haben.

Die Private Equity Firma Cerberus besitzt die Mehrheiten an Chrysler und der Finanzierungsgesellschaft von General Motors. Cerberus wird aufgrund ihres Einflusses eine Verschmelzung der beiden Firmen forcieren, da beide allein nicht überleben würden.

Ford hat 25 Milliarden Dollar Barvermögen, aber kein überzeugendes Konzept. Die Rettung wäre ein Zusammenschluss mit Renault Nissan oder einem der anderen internationalen Autokonzerne.

Im Banken- und Finanzbereich wird es zu weiteren Fusionen und Bereinigungen kommen. Hier hatte ich schon vor längerer Zeit den Zusammenschluss von Investmentbanken/Brokern und Grossbanken vorhergesagt. Dies wird zu weiteren Personalentlassungen führen. Im Bereich der mittelgroßen Banken (SunTrust, RegionsBank, etc.) wird es noch einige Umstrukturierungen und Fusionen geben. Große Einschnitte dürften es bei den regionalen und lokalen Banken geben: Viele werden hier die nächsten Monaten nicht überleben und von größeren Instituten übernommen. Bei den Brokern/Investmentbanken (Vermögensverwaltern) wird einfach weniger Arbeit anfallen – nach den massiven Verlusten werden Investoren auf andere Anlagen ausweichen. Konsequenz: weniger Arbeitsplätze und weitere Entlassungen.

Persönlich wünsche ich mir, dass Barack Obama Präsident wird. Machen wir uns nichts vor, Obama ist ein hartgesottener Politiker. Er könnte es mit seinem Charisma schaffen, die US-Bevölkerung zu motivieren, die Ärmel hoch zu krempeln und sich den Widrigkeiten dieser Wirtschaftskrise zu stellen. Die Begeisterungsfähigkeit, Mobilität und Anpassungsfähigkeit der Amerikaner dürfte es für sie jedenfalls einfacher machen als für die Europäer, die Krise zu bewältigen. Ungeachtet dessen, wer Präsident wird, werden die Steuern aber zwangsläufig erhöht werden müssen. Das Budgetdefizit wird allein im laufenden Haushaltsjahr rund eine Billion Dollar betragen.

Die Gemeinwesen finanzieren die Mehrheit ihrer Ausgaben über die Immobilien- und Umsatzsteuern. Die Immobiliensteuern sinken drastisch aufgrund der Preiseinbrüche, die Umsatzsteuern fallen wegen des sinkenden Konsums. Somit verfügen die Gemeinden und Bundesstaaten über weniger Einnahmen. Des Weiteren kommt hinzu, dass die Pensionskassen der öffentlichen Körperschaften immense Beträge verloren haben. Um die eingegangenen Rentenverpflichtungen erfüllen zu können, müssen sie die von den Gemeinden zu zahlenden Beiträge erhöhen. In Folge dessen müssen die Gemeinwesen wohl Personal entlassen und ihre Dienstleistung einschränken.

In den USA leben rund elf Millionen illegale Einwanderer. Viele davon sind im Bau- und Gastgewerbe, der Landwirtschaft und verwandten Bereichen beschäftigt. Wie moderne Nomaden ziehen viele von Ihnen je nach Erntesaison oder Bautätigkeit von einem Bundesstaat in den anderen. Statistiken zeigen, dass deren monetäre Überweisungen in die Heimatländer drastisch zurückgegangen ist. Viele Einwanderer sind inzwischen wieder in ihre Heimatländer zurückgekehrt. Die Abwanderung von ein bis zwei Millionen Menschen würde die Zahl der Verbraucher in den USA erheblich reduzieren.

Bedingt durch die Rezession in den USA werden weniger Ausländer in die USA einwandern. Zudem dürften die amerikanischen Behörden die Einwanderungsvorschriften verschärfen, um inländische Arbeitskräfte zu schützen. Als Folge wird sich das Bevölkerungswachstum verlangsamen – mit entsprechenden Folgen für den Konsum.

Die Beschaffungskosten für Geld sind für die Banken sehr hoch und die Bereitschaft, Kredite zu geben, sehr niedrig. Letzte Woche habe ich einen Landkredit verlängert. War der Zinssatz vorher Prime + ½ % = 5 Prozent effektiver Zinssatz, so wird er neu bei mindestens 7 Prozent liegen. Die Bank zahlt für Festgeld mehr als 4 Prozent und für »bevorzugtes Eigenkapital« mehr als 8 Prozent. Trotz der günstigen Darlehen seitens der US-Zentralbank werden die Zinsen ansteigen. Hinzu kommen Kosten für die Einlagenversicherung und höhere Risikoprämien. Auf allen Ebenen, angefangen von der Kreditkarte für die Privatperson bis zur Finanzierung von Weltkonzernen, ist es weiterhin enorm schwierig, Finanzierungen zu erhalten.

Der Wirtschaftsrückgang führt zu einem sinkenden Bedarf an Büro- und Ladenflächen. Viele Projekte werden jetzt noch fertig gestellt, die vor einigen Jahren geplant und finanziert wurden. Die damalige Ausgangslage von kontinuierlichen Wirtschaftswachstum, steigendem Konsum und Bevölkerungswachstum hat sich offensichtlich geändert. Firmen reduzieren massiv Kosten und werden insofern ihre Raumkosten senken wollen. Viele Ladenketten habe angekündigt, ihre Expansionsprogramme zu beschränken und deutlich weniger neue Läden zu eröffnen. Folge auch hier ist der weitere Verluste von Arbeitsplätzen.

Die Bautätigkeit für Wohnungen und Häuser hat sich schon um zwei Drittel reduziert. Als nächstes wird dies den gewerblichen Bereich treffen. Hier werden keine neuen Projekte mehr angefangen. Was jetzt noch gebaut wird, ist schon vor langer Zeit geplant worden. Die steigenden Leerstandsquoten bringen Druck auf das Mietpreisniveau. Bauträger haben somit keine Motivation, neue Projekte in Angriff zu nehmen (deren Planung ohnehin zwei bis fünf Jahre in Anspruch nimmt). Finanzierungen sind im Moment auch nur in Ausnahmefällen zu erhalten. Eine der Folgen werden weitere Entlassungen im Baugewerbe und allen damit zusammenhängenden Branchen sein.

Last but not least: Wenn Sie gerne Lobster essen, sind Sie zumindest auf diesem Gebiet Profiteur der Krise. Viele Amerikaner steigen vor dem Hintergrund der wirtschaftlichen Unsicherheit auf preiswertere Lebensmittel um. Wegen der gesunkenen Nachfrage sind die schmackhaften Krustentiere heute so preiswert wie lange nicht mehr zu haben. Trost also für all jene, denen angesichts milliardenschwerer staatlicher Rettungspakete langsam Zweifel an den Prinzipien des Kapitalismus kommen: Wenigstens hier scheint das Gesetz von Angebot und Nachfrage noch reibungslos zu funktionieren …

 

Was heißt »Geiz ist geil« auf Amerikanisch?

Noch bis Mitte der Achtziger Jahre sparten US-Bürger im Schnitt neun- bis elf Prozent ihres verfügbaren Einkommens. Von da an ging es mit der Sparfreude rapide bergab: bis Mitte der Neunziger sank sie auf fünf Prozent –und kam im Jahre 2000 mit einem Prozent fast zum Erliegen. Der Konsum erhöhte sich im Gegenzug erheblich: Wurde früher acht- bis zehnmal mehr ausgegeben als gespart, so ist diese Zahl zwischenzeitlich auf das 14 bis 15-fache angestiegen.

Doch die Zeiten ändern sich – zwangsläufig! Der amerikanische Verbraucher wird seine Sparquote deutlich erhöhen müssen. Zusammen mit den limitierten Kreditmöglichkeiten wird dies zu  einem drastischen Rückgang des Konsums und einer deutlichen Verstärkung der schon bestehenden Rezession führen. Und eine US-Version des Prinzips »Geiz ist Geil« dürfte wohl nur eine Frage der Zeit sein …

Die nachstehende Graphik zeigt die Entwicklung des Sparverhaltens.  

Die US-Zentralbank hat eine interessante Studie erstellt. Dabei unterscheidet sie drei Gruppen von Sparern:

• Haus- und Wohnungseigentümer ohne Kreditrahmen;

• die gesamte US Bevölkerung;

• Haus- und Wohnungseigentümer mit Kreditrahmen.

Aufgerundet auf den nächsten vollen Prozentpunkt belief sich die Sparquote aller drei Gruppen 1991 auf zehn Prozent. Neun Jahre später waren praktisch alle Sparquoten negativ, aber mit deutlichen Unterschieden: Eigentümer ohne Kreditrahmen minus drei Prozent, US-Durchschnitt etwas tiefer und Eigentümer mit Kreditrahmen minus neun Prozent.

Im Jahre 2005 zeigen sich noch größere Differenzen: die Eigentümer ohne Kreditrahmen hatten eine kleine, positive Sparquote, die der Gesamtbevölkerung lag bei minus zwei Prozent und die der Eigentümer mit Kreditrahmen bei minus 13 Prozent. Im letzten Jahr lagen die Hauseigentümer bei einem Prozent, der US-Durchschnitt bei null und die Eigentümer mit Kreditrahmen bei minus sieben Prozent.

Der Zusammenbruch des Immobilienmarktes, die Rezession und die Kreditkrise sind ein böser Weckruf für die US-Konsumenten. Selbst wenn die Kreditkrise und Unruhen an den Kapitalmärkten abgeebbt sein wird, so sind doch die Zeiten der günstigen und einfachen Kredite vorbei. Es ist deutlich teurer (zum Teil sogar unmöglich), Finanzierungen für den Konsum zu erhalten. Diejenigen, die bisher ihre Immobilie als Finanzierungsinstrument verwendet haben, stehen noch größeren Problemen gegenüber: Einerseits haben sich die Werte reduziert, zum anderen die Finanzierungsmöglichkeiten reduziert. Der Konsum muss ergo drastisch eingeschränkt werden, und wegen der höheren Belastung erhöht sich der Zinsaufwand.

Das Eigenheim hat den größten Anteil am Gesamtvermögen der US-Bürger. Diese merken nun, dass die angenommenen Werte gar nicht (mehr) existieren und weiter dahin schmelzen. Hinzu kommt die Vernichtung von über zwei Billionen Dollar an privaten Wertschriftenportfolios, Rentenfonds, Betriebsrenten etc. Dies wird zu einem drastischen Wandel im Konsumverhalten der Amerikaner führen. Die Sparquote wird sich deutlich erhöhen. Bereits im letzten Quartal konnte ein Anstieg auf 2,8 Prozent festgestellt werden. Wie ich in meinem Artikel vom 10. Januar dieses Jahres dargelegt habe, bestehen 70 Prozent der US-Wirtschaft aus dem privaten Konsum. Sollten die US-Bürger nun wirklich drei- bis fünf Prozent sparen, so reduziert dies das jährliche Wirtschaftswachstum um ein- bis zwei Prozent. Nicht inbegriffen in der Sparquote sind Einlagen in steuerbegünstigte Sparpläne, Rentenversicherungen und Kapitalgewinne auf Wertschriften. Deshalb wird die Sparquote auch nicht wieder auf zehn Prozent ansteigen.

Bis vor kurzem liehen sich der amerikanische Staat und seine Bürger pro Tag zwei Milliarden Dollar im Ausland. Einerseits ist darin eine auch in Europa stattfindende Vermögensverschiebung in die Erdöl produzierenden Länder reflektiert, zum anderen aber auch der Kauf von Konsumgütern. Die Erhöhung der Hypotheken auf den Immobilien sowie die Verschuldung über Kreditkarten wurden größtenteils in den Konsum gesteckt.

Länder wie China haben dies jahrelang akzeptiert, da sie an der Schaffung von Arbeitsplätzen interessiert waren. Mit dem sinkenden Dollar verlieren die enormen Devisenreserven dieser Länder allerdings an Wert. Zudem sind ihre Wirtschaften nicht mehr so stark abhängig von den US-Konsumenten. Die chinesische Zentralbank verfügt über Dollarguthaben im Wert von weit über 1.000 Milliarden Dollar. Ungeachtet der momentanen Verwerfungen auf den internationalen Kapital- und Finanzmärkten glaube ich kaum, dass China noch lange bereit sein wird, das US-Handelsbilanzdefizit und den US-Konsum zu einem Zinssatz von 3,5 Prozent auf Bundesschatzbriefen zu finanzieren.

Chinas Versuche in den letzten beiden Jahren, US-Firmen aufzukaufen, sind hier auf großen politischen Widerstand gestoßen. Meiner Ansicht nach dürften da noch einige interessante bilaterale Muskelspiele auf uns zukommen. Die Amerikaner werden Ihren Konsum in jedem Fall aber drastisch einschränken – ansonsten müssen sie früher oder später täglich zwei Milliarden Dollar an echten Vermögenswerten (Firmenanteile, Immobilien, etc.) über den Tisch an ihre ausländischen Gläubiger schieben …

 

 

 

 

 

Die besten Orte in den USA für ein langes Leben

Endlich wieder mal eine positive Nachricht. Die Einwohner von Collier County haben mit 80.97 Jahren die viert höchste Lebenserwartung von allen Landkreisen der USA. Nur Montgomery County (Maryland), Story County (Iowa) und Carver County (Minnesota) liegen vor Collier County. Zur Nummer 1 beträgt die Differenz nur 0.4 Jahre. Die ersten drei haben allerdings den Nachteil, dass es dort im Winter sehr kalt ist und schneit. Da lebe ich gern 0.4 Jahre weniger, erfreue mich ganzjährig angenehmer Temperaturen und geniesse mehr als 300 Tage Sonneschein pro Jahr.

Collier County ist flächenmässig der grösste Landkreis in Florida. Mehr als 80 % sind Naturschutzgebiete und Parkanlagen. Das Klima erlaubt ganzjährig viele Freizeit- und Sportaktivitäten. Das gesunde Meeresklima, die saubere Luft, gute medizinische Versorgung  und ruhige Lebensart tragen sicher dazu bei, dass die Leute hier ein hohes Alter erreichen. 

Insidertipp: Menschenleere Strände in Naples

Das Bild unten habe ich vor kurzem an einem Sonntag aufgenommen. Es zeigt die Sicht vom »Naples Pier« Richtung Norden. Sind Ihnen da zu viele Leute? Sie sind kein Teenager mehr, ist ihr Spanisch eingerostet und Kreole (die Sprache unserer Mitbürger aus Haiti) ist Ihnen auch nicht so geläufig? Dann möchte ich Ihnen ein paar Tipps geben, wo Sie in Naples fast menschenleere Strände finden können.pure-1.png

Barefoot Beach Preserve (Bilder 1 und 2)

Dies ist ein Naturschutzpark am Ende der Siedlung »Barefoot Beach«: Traumhafte Lage, ruhig, interessante Pflanzen- und Tierwelt. Es gibt WC, Duschen, Picknick-Tische und einen kleinen Stand, wo man Snacks und Getränke kaufen kann. Im südlichen Teil (bis zum Delnor Wiggins Pass) finden Sie einen kilometerlangen Strand ohne Häuser. In Richtung Norden erstreckt sich ebenfalls eine mehrere Kilometer langer Strand, der aber mit Villen und Mehrfamilienhäusern bebaut ist.

Anfahrt: Von der US 41 North oder I 75 die Bonita Beach Road nach Westen bis fast zum Golf von Mexiko fahren, dann auf dem Barefoot Beach Blvd. links (Richtung Süden) einbiegen. Beim Wächterhäuschen müssen Sie tagsüber nicht anhalten. Durch die Wohngegend weiterfahren bis zum Wächterhäuschen des Parks. Hier ist eine Parkgebühr zu bezahlen (außer, Sie haben ein Beach Parking Permit, siehe unten). Dahinter liegen die Parkplätze.

Tipp: Im angesagten (und sehr rustikalen) Doc’s Beach House einen Drink nehmen und/oder eine Kleinigkeit essen.

Seagate/North Gulfshore Boulevard (Bilder 3 und 4)

Schöner Strand am nördlichen Ende der Halbinsel Parkshore gelegen. Keine Infrastruktur. Nach Norden zirka 1 ½ Kilometer Strand, mit am Anfang einige Hochhäuser. Richtung Süden stehen die Hochhäuser in der ersten Hälfte in einer parkähnlichen Landschaft etwas zurücksetzt vom Strand. Weiter südlich (siehe auch Beschreibung weiter unten) stehen die Gebäude zum Teil nahe am Strand.

Anfahrt: Von der US 41 North oder I 75 den Seagate Drive nach Westen fahren (heißt auf der östlichen Seite der US 41 Pine Ridge Road). Vor dem Hotel Naples Grande (früher Registry) nach links einbiegen (heißt weiterhin »Seagate Drive«). Bis fast zum Ende fahren. Vor dem Hochhaus »The Seasons« liegt rechts ein öffentlicher Parkplatz. Vom Parkplatz dann zu Fuß den »Beach Access« zum Strand gehen.Man kann auch von der US 41 North den Parkshore Drive nach Westen fahren, dann rechts (Richtung Norden) bis fast zum Ende des Gulfshore Boulevard North fahren. Dort gibt es auf der rechten Seite einige Parkplätze ohne Parkuhren. Von dort dann zu Fuß den »Beach Access« zum Strand gehen.

Tipp: Rund einen Kilometer weiter nördlich ist der öffentliche Strand »Clam Pass Beach Park«. Hier gibt es Toiletten, Getränke und Snacks.

Gulfshore Boulevard North (Bild 5)

Südlicher Teil des oben unter »Seagate« beschriebenen Strandes. Dieser Teil der Halbinsel wurde früher überbaut. Die Gebäude sind nicht so hoch wie im nördlichen Teil, einige stehen aber recht nahe am Strand. Parkplätze mit Parkuhren gibt es: Horizon Way, Vedado Way und Via Miramar.

Anfahrt: Von der US 41 North den Parkshore Drive nach Westen fahren, dann links (Richtung Süden) in den Gulfshore Boulevard North einbiegen und in einer der folgenden drei Strassen rechts einbiegen: Horizon Way, Vedado Way oder Vida Miramar. Am Ende der Strassen sind jeweils Strandzugänge.

Tipp: Im Venetian Village an der Kreuzung Parkshore Drive/Gulfshore Boulevard Snacks für den Strandbesuch einkaufen, nach dem Strand eines der Restaurants besuchen oder Shoppen gehen.

Old Naples Gordon Drive/21st Avenue (Bilder 6 bis 9)

Je weiter südlich man vom »Naples Pier« gelangt, desto weniger Leute sind am Strand. Hier gibt es am Ende jeder Avenue Parkplätze und Strandzugang. Die letzte Avenue westlich des Gulfshore Boulevard ist die 18th. Der Strand südlich der 21st Avenue ist fast immer menschenleer. Auf den ersten einhundert bis zweihundert Metern suchen am Wochenende vereinzelte hübsche (und weniger hübsche) Jünglinge (oder auch schon mal deutlich älter…) Gleichgesinnte. Das stört aber niemanden. Auf rund 3.5 Kilometern finden sich südlich der 21st Avenue nur Villen der Superklasse sowie der Port Royal Club. Südlich der 21st Avenue und nördlich des Port Royal Club steht zum Teil viel Vegetation zwischen dem Strand und de Luxushäusern. An Wochentagen bin ich hier schon spazieren gegangen und habe keinen einzigen Menschen getroffen.

Anfahrt: Von der US 41 North in die 5th Avenue South nach Westen fahren, dann links (Richtung Süden) auf die 2nd Street einbiegen (ändert später den Namen in Gordon Drive). Entlang des Gordon Drive parken und dann den Strandzugang gegenüber der 21st Avenue nutzen.

Tipp: Toiletten, Getränke und Snacks gibt es auf dem Pier (rund einen Kilometer weiter nördlich).

Old Naples 32nd. Avenue/33rd Avenue (Bilder 10 bis 12)

Der Strand südlich des Port Royal Clubs ist allein schon deshalb interessant, weil man von dort aus die eindrucksvollen Strandhäuser sehen kann. Einzig bei der 32nd Avenue und 33rd Avenue gibt es ein paar Leute am Strand (aber auch nur wenige, da die Parkmöglichkeiten beschränkt sind), ansonsten sieht man nur vereinzelte Spaziergänger.

Anfahrt: Von der US 41 North in die 5th Avenue nach Westen fahren, dann links (Richtung Süden) auf die 2nd Street einbiegen (ändert später den Namen in Gordon Drive). Immer nach Süden fahren und dann rechts (Richtung Westen) in die 32nd Avenue oder 33rd Avenue einbiegen und dort parken. Am Ende de Avenues sind Strandzugänge.

Tipp: Bis ganz ans Ende zum Gordon Pass gehen, sich dort auf die Natursteinmole setzen, die Beine und Seele baumeln lassen und den Booten nachschauen.

Allgemeines

  • Parkgebühren: Belaufen sich zwischen vier und sechs Dollar pro Tag. Parkuhren benötigen 25 Cent-Stücke pro 20 Minuten.
  • Beach Parking Permit: Damit kann man kostenlos auf den entsprechend bezeichneten Parkplätzen parkieren. Es gibt sie kostenlos für jeden, der ganzjährig im Collier County lebt. Für 10 Dollar kann man ein Parkbewilligung für eine Woche kaufen. Diese ist aber nur innerhalb der Standgrenzen von Naples (südlich des Seagate Drive) gültig.
  • Am Strand sind nicht erlaubt: Glassbehälter, alkoholische Getränke, Hunde, Fahrräder.
  • Kleidung: »Oben ohne« und String-Bikini sind verboten, letzterer kann seiner Trägerin sogar eine Verwarnung der Beach Patrol einbringen. »Oben ohne« kann schnell die Polizei auf den Plan sprich Strand rufen.
  • Tipp: Aufpassen, dass man sich beim Umkleiden keine Blößen gibt. Entweder hinter einem großen Handtuch verstecken oder einfach etwas überziehen.
  • Tipp: Als europäischer Mann wird man sofort durch das Tragen von knapper Badebekleidung (hier »Speedos« genannt) erkannt. Trägt man Socken zu den Sandalen, gibt man sich unweigerlich als Deutscher zu erkennen.

Nachstehend Eindrücke der verschiedenen Strände. Alle Aufnahmen wurden während der letzten Wochen an Sonntagen gemacht.

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Bild 1: Barefoot Beach Blick nach Norden

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Bild 2: Barefoot Beach Blick nach Süden

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Bild 3: Seagate/North Golfshore Boulevard Blick nach Norden

 

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Bild 4: Seagate/North Gulfshore Boulevard Blick nach Süden

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Bild 5: Mitte Gulfshore Boulevard North Blick nach Norden

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Bild 6: Südlich der 21st Avenue Blick nach Norden

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Bild 7: Südlich der 21st Avemue kurz vor dem Port Royal Club Blick nach Norden

 

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Bild 8: Südlich der 21st Avenue Blick nach Süden

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Bild 9: Kleines Ferienhaus für eine paar Wochen im Winter südlich der 21st Avenue

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Bild 10: Südlich der 33rd Avenue Blick nach Süden

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Bild 11: Dieses Anwesen in der Nähe des Port Royal Club direkt am Strand ist ein Schnäppchen: Der Preis wurde gerade um eine Million Dollar auf 23,9 Millionen Dollar reduziert. Wenn ich Sie beim Erwerb dieser Immobilie vertreten darf, verspreche ich Ihnen, dass ich einen neuen Farbanstrich für Sie heraushole …

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Bild 12: Südlich von 33rd Avenue fast beim Gordon Pass Blick Richtung Norden


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