Dies und Das 07/09

Jeder Vierte Autofahrer in den USA sendet SMS beim Fahren

Dass Autofahrer(innen) sich beim Fahren schminken, telefonieren oder die Hamburger und Pommes Frites verdrücken, daran habe ich mich ja schon lange gewöhnt. Was aber immer mehr irritiert, sind die Autofahrer(innen), die beim Fahren SMS versenden oder lesen. Wie oft habe ich schon an einer Ampel gestanden und das Auto vor mir bewegte sich bei Grün nicht, weil der Fahrer(in) gebannt auf das Handy starrte. Gefährlich nahe kamen mir schon einige Male Autos, als deren Fahrer(innen) SMS eintippten und nicht auf den Verkehr achtend in meine Spur kamen. Ungeachtet der Behauptung vieler weiblicher Mitbürger, bin ich der Meinung, dass „Multitasking“ doch gewisse Limitierungen hat.

Bei einer kürzlichen Umfrage hat jeder vierte Autofahrer zugegeben während dem Fahren, SMS zu senden und/oder zu lesen. Die Fahrer in Tennessee sind mit 42 % die „Schlimmsten“, gefolgt von Alabama, Idaho und Oklahoma. Grosse Unterschiede zeigen sich in den Altersgruppen: 60 % der Gruppe 16 bis 19 Jahre, 50 % der Gruppe 20 bis 29 Jahre und 13 % der über 50-Jährigen.

Einzelne Bundesstaaten und Landkreise verbieten das Texten während des Fahrens. Auch bezüglich Nutzung von Handys gibt es ganz unterschiedliche Bestimmungen. In Florida gibt es derzeit keine Verbote, doch sind entsprechende Gesetze in der Bearbeitung.

Keine Entspannung bei den Zwangsversteigerungen in SW Florida in Sicht

Für das erste Halbjahr 2009 hält die Region Ft. Myers/Cape Coral den ehrenvollen zweiten Platz in den USA. 25,926 Maßnahmen (gegenüber 20,567 im gleichen Zeitraum des Vorjahres) im Rahmen des Zwangsversteigerungsprozess wurden eingeleitet (weitere Info hierzu in meinem Artikel „Zwangsversteigerungen: Was man wissen sollte“) Das heisst: JEDER 14. HAUSHALT IST BETROFFEN!!!!! Nicht alle Massnahmen führen zu einer Zwangsversteigerung. 56 % aller in Lee County verkauften Einfamilienhäuser waren Zwangsversteigerungen. Weitere 15.5 % sogenannte „Short Sales” (d.h. der Verkäufer schuldete der Bank mehr als den angesagten und/oder erzielten Verkaufspreis).

In Naples/Marco Island (Rank 12 in den USA) wurden mit 6,990 Massnahmen in den ersten 6 Monaten 57 % mehr als im Vorjahr eingeleitet. Jeder 27. Haushalt ist betroffen.

Gesamthaft wurden in den USA 1.9 Millionen Schritte in Zwangsversteigerungsverfahren eingeleitet, was jeden 84. Haushalt betrifft. Dies sind 18 % mehr als im ersten Halbjahr 2008. Die steigende Tendenz ist auf die weiterhin fallenden Immobilienpreise, die steigenden Arbeitslosenzahlen, die Unfähigkeit der Banken schnell genug Anpassungen der Darlehensbedingungen vorzunehmen und der anhaltend schlechten Wirtschaft zurückzuführen.

Wussten Sie, dass…

„Babe Ruth“ (George Hermann), der beste Baseballspieler aller Zeiten, unzählige Rekorde aufgesellte und für die New York Yankees spielte, Sohn deutscher Einwanderer war.

Thomas Nast, der 1840 in Landau (Pfalz) geboren wurde, der größte politische Karikaturist Amerikas war und ebenso das Aussehen von Sankt Nikolaus oder Santa Claus bestimmt hat. Seine Karikaturen in dem amerikanischen Magazin Harper’s Weekly von einem fröhlichen alten Mann mit weissem Bart basierten auf dem Schelmischen Belzenickel seines Geburtsortes.

Senator Rudy Boschwitz, Republikaner aus Minnesota, der seit 30 Jahren einen Sitz im US-Senat hat, 1930 in Berlin geboren wurde.

In Deutschland etwa 6 Millionen Schüler auf weiterführenden Schulen Englisch als Fremdsprache lernen, während nur etwa 375,000 amerikanische Schüler Deutsch lernen.

Das Schloss Neuschwanstein Walt Disneys Inspiration beim Entwurf des Cinderella Castle in Disney World war.

Die weltbekannten Steinway Pianos ihren Ursprung in Seesen haben. Heinrich Engelhardt Steinweg, der sich nach seiner Auswanderung in die USA im Jahre 1851 Steinway nannte, gründete gemeinsam mit seinen vier Söhnen die Firma “Steinway & Sons“ in New York.

Die Englisch Lektion

In der deutschen Sprache gibt es sogenannte Pseudo-Anglizismen. Dies sind englische Begriffe, die es entweder im Englischen gar nicht gibt oder in anderen Zusammenhängen verwendet werden. Im folgenden einige Beispiele:

City hat im Deutschen die Bedeutung Stadtmitte/Innenstadt. Im englischen bedeutet dies lediglich Stadt. Das Zentrum wird als City Center oder Downtown bezeichnet.

Der Bergriff Shooting Star wird verwendet, wenn man von jemandem spricht, der im Kommen ist und an Popularität gewinnt. Im Englischen hingegen bedeutet dies lediglich Sternschnuppe.

Ein Tramper, in Deutschland auch als Anhalter bekannt, gibt es im Englischen nicht. Hier spricht man von einem hitchhiker.

Mobbing, was Psychoterror am Arbeitsplatz beschreibt, bedeutet im Englischen bedrängen, über etwas herfallen, angreifen. Amerikaner sprechen von harrassment at the workplace.

Ein Whirlpool ist im Englischen ein Strudel. Der korrekte Begriff für die deutsche Bedeutung von Whirlpool ist hot tub.

Ein Barkeeper ist in Deutschland ein Gast-/Schankwirt oder Barmann. Der korrekte englische Begriff hierfür ist jedoch Bartender.

Ein Wellness Hotel oder eine Beauty Farm gibt es im Englischen nicht. Dies bezeichnet man als einen Spa.

3 Antworten zu „Dies und Das 07/09“


  1. 1 Ingrid Juli 16, 2009 um 6:27

    Danke für den heiter-informativen neuen Beitrag. Ich habe schon sehnsüchtig darauf gewartet.
    Erstaunlich, was Amerikaner alles können – SMS schreiben beim Autofahren, das ist mehr als „Multitasking“. Sicher wird bald die gesprochene SMS erfunden und dann telefonieren wir alle wieder miteinander :-)
    Ernsthaft betroffen machen mich allerdings die weiter ansteigenden Zahlen von Zwangsmaßnahmen in der angeblich bereits in der tiefsten Talsohle angekommenen Immobilienwirtschaft. Schön, dass Naples vergleichsweise glimpflich davon kommt, aber die gähnende Leere in Gaststätten und anderen Dienstleistungsbetrieben sowie in den Geschäften mag zwar wie ein Paradies für Shopping-Willige wirken, aber es ist schon sehr deprimierend.
    Gestern habe ich allerdings einen Beitrag im Deutschen Fernsehen gesehen, der mich fast noch mehr deprimiert hat. Da werden staatliche Hilfe in Arbeitbeschaffungsmaßnahmen investiert, bei denen Menschen sich dadurch für eine Umschulung qualifizieren, dass sie 5000-Stück-Puzzles legen, um festzustellen, ob das Spiel vollständig ist. 10 Tage legen drei Menschen ein Puzzle, um festzustellen, dass 3 Teile fehlen. Das nennt sich dann Gemeinnützig und wird vom Arbeitsamt gefördert. Wenn die 1-Euro-Jobber das ein halbes Jahr machen, dann sind sie reif für eine Umschulungsmaßnahme auf Staatskosten. Diese Menschen tauchen natürlich nicht in der Arbeitslosenstatistik auf. Ich hoffe, das Amerikanische Sozialsystem treibt nicht ganz so üble Blüten.
    Vielleicht haben Sie ja dazu mal eine Info. Wäre sicher spannend.
    Beste Grüße
    Ingrid

  2. 2 Karin Holmes Juli 17, 2009 um 1:05

    Ich moechte mich gleich Ingrid’s Kommentar anschliessen. „Dies und Das“ – Immer ein informative Unterhaltung.
    Multitasken, da bin ich sowieso nicht begabt. Mich wundert nur, dass Florida mit diesen „Selbstschutzgesetzen“ immer so hinten dran ist. Wir konnten hier als Deutsche noch bis zu 2001 Fuehrerscheine machen, ohne jegweilige Greencards oder andere Aufenthaltsgenehmigungen vorzuweisen. Da war das in anderen Bundesstaaten schon laengst nicht mehr moeglich. Waffenbesitz wird in anderen Staaten auch etwas mehr gesetzlich kontrolliert, als in unserem Sunshine State und da gibt’s noch viele andere Beispiele. Andererseits kann man hier sehr hurtig im Gefaengnis landen. Aufgepasst beim Autofahren!
    Zur Immobilienlage hier in Florida werden wir wohl wesentlich mehr Geduld aufbringen muessen, als uns die Regierung, national und domestic, zu beschwichtigen versucht. Auf der anderen Seite nutzt Panik jetzt auch nichts. Aber die leeren Ladenfronten – auch in den neuen, schicken Malls – sind schon beunruhigend.
    Die Sprachkolumne ist eine meiner Lieblingsrubriken. Manche deutsch/englischen Missmatche sind mir gar nicht so bewusst. Ich ertappe mich auch manchmal bei Verwechslungen. Wenn ich im Deutschen diese „englischen“ Woerter hoere, oft sind sie fuer mich auch neu, merke ich zwar, dass da was nicht stimmt, aber kann mich auf das „richtige“ englische Wort nicht gleich besinnen. Meine Schwester sprach neulich von „mobben“ in der Schule. Erst zwei Tage spaeter fiel mir ein, dass das hier mit „bulling“ ausgedrueckt wird.
    So, das waer’s mal wieder von meiner Seite.
    Auf einen wetterruhigen Sommer fuer alle „Year Arounder“.
    Karin

  3. 3 Jutta aus Oelde Juli 17, 2009 um 6:57

    Die Liste der falsch eingedeutschten Begriffe lässt sich noch endlos fortsetzen (Handy, Body Bag, usw.). Ich frage mich immer, was für Menschen solche Begriffe kreieren. Man nimmt ja an, die Menschen in den Marketingabteilungen hätten wenigstens Grundkenntnisse der englischen Sprache oder aber die Fähigkeit ein Wörterbuch zu benutzen erworben. Anscheinend ist dem häufig nicht so.

    Und was das SMSen im Auto angeht, da fehlen wir die Worte.


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